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Inhaltsangabe:
Die Top Ten - Comics spielen in einer Welt der Superhelden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde beschlossen, alle Superhelden und -schurken in einer einzigen Stadt in Amerika anzusiedeln. Neopolis.
"Top Ten: The Forty-Niners" spielt nun gerade während der Gründungszeit von Neopolis und damit viele Jahre vor der eigentlichen Top Ten - Serie. Die Geschichte beginnt mit dem 16jährigen Steve "Jetlad" Traynor, welcher im Zug nach Neopolis sitzt. Neben einem Vampir ("I'm a hungarian-american with an inherited medical condition.") und einem Roboter begegnet er auch Leni "Skywitch" Muller. Im Krieg standen die beiden erst auf unterschiedlichen Seiten, bis Leni zu den Allierten überlief. Gemeinsam betreten sie Neopolis, finden eine Bleibe und machen sich auf die Suche nach Arbeit. Steve, als Ex-Airforcepilot, kommt im örtlichen Militärflughafen unter, während Leni bei Precinct 10 (=Top Ten), der sich im Aufbau befindlichen Polizei von Neopolis, anfängt.
An Lenis Seite lernt der Leser die Schattenseiten Neopolis' kennen. Die Vampirmafia und die Diskriminierung von Robotern, seien als zwei der vielen Probleme in einer Stadt, nur bewohnt von Superhelden, zu nennen.
Steve hingegen kommt bei seiner Arbeit Wulf näher, einem sehr viel älterem, deutschen Piloten. Wulfs Avancen bringen ihn dazu sich mit seiner Sexualität auseinanderzusetzen.
Persönliche Meinung:
Ich habe zuerst die Original Top Ten - Serie (Book 1 und 2) gelesen. Dadurch waren mir ein paar Überraschungen vorweggenommen. Wer erst diesen Comic liest, wird sich hingegen nur ein kleines bisschen für Top Ten - Book 1 und 2 spoilern.
Ich liebe Top Ten und ich liebe die 49ers. Zu sehen wie Neopolis gegründet wurde und was für Probleme die Stadt damals hatte, war richtig cool. Neben der großen Story stecken in diesem Buch sehr viele kleine, originelle Details. Originalität ist es, was Top Ten auszeichnet. Alan Moore, der Autor, liebt es zu schocken, neue Ideen aufzubringen. Mal ganz ehrlich, eine homosexuelle Beziehung zwischen einem Minderjährigen und einem älteren Mann in einem Superhelden-Comic. Nicht jedem wird das gefallen und ich weiß nicht, ob mir der Altersunterschied nicht aufgestoßen hätte, würde ich nicht die Originalserie zuvor gelesen haben. Das gute am Autor Alan Moore ist, dass er nicht urteilt, er stellt die Beziehung einfach nur da, ohne dem Leser ein Urteil darüber aufzuzwingen.
Die eigentliche Handlung um den Aufbau von Stadt und Polizei und ihre großen und kleinen Aufgaben und Probleme ist gut gelungen. Wer Superheldencomics mag, aber auch gern mal etwas ganz anderes in dieser Richtung lesen will, dem sei der Comic empfohlen. Wer bisher ausschließlich Manga gelesen hat, sei gesagt, dass US-Comics da doch ein wenig anders sind. ;) Obwohl die Charaktere Superhelden sind, ist so mancher von ihnen keine strahlende Schönheit. Die Figuren sind sehr real gezeichnet und die wundervolle Arbeit des Coloristen Art Lyon unterstützt das noch.
Die Colorierung ist ein kleines Meisterwerk. Die Farben sind ein wenig schwach, fast wie mit Wasserfarbe eingemalt. Keine Fläche ist nur mit einer Farbe gefüllt, sondern es wird mit vielen Abstufungen gearbeitet. Das gibt dem ganzen Comic einen eigenen Stil, fast als würde man einen Film mit einem Filter ansehen.
Liebe und Triebe:
Die Liebesgeschichte zwischen Steve und Wulf ist nur eine Nebenhandlung des Comics, allerdings ist sie die einzige Liebesgeschichte des Comics. Sex gibt es keinen zu sehen.
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