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Inhaltsangabe:
Es ist Robyn "Toybox" Slingers erster Arbeitstag. Sie begibt sich von den Außenbezirken Neopolis' ins Stadtzentrum. Und was für eine Stadt Neopolis ist, wird dem Leser schnell klar, wenn er Robyn auf ihren Weg begleitet. Neopolis ist eine Stadt, in der jeder, wirklich JEDER, Superkräfte hat. Der Hotdogverkäufer am Straßenrand hat den Röntgenblick, der blinde Taxifahrer Zen-Sinne und die herumstreifende Katze ist auch nicht ganz ohne.
Robyns Arbeitsplatz ist Precinct 10, Top Ten, das Hauptquartier der Polizei in Neopolis. Was für eine Polizei hat eine Stadt voller Superwesen? Nun, da gibt es Jeff Smax, einen unverwundbaren und ziemlich schroffen Mann von ungeheuer Stärke, er kommt aus einer anderen Dimension und wird widerstrebend Robyns Partner. Hyperdog, ein sprechender Hund in einer metallischen Rüstung, Phantom Jack, die ständig die Phase wechselt und dadurch durch Wände gehen kann und viele mehr. Ihre Arbeit ist gefährlich, verrückt und abwechslungsreich.
Robyns erster Fall mit Jeff ist der Mord an Stefan "Saddles" Graczik. Die Spur führt zu einer Drogenfabrik, die von Professor Gromolko, dem Architekten von Neopolis, geleitet wird. Während die Untersuchungen für diesen Fall andauern, finden zwei andere Beamte von Top Ten die Leiche einer Prostituierten. Die Todesart zeigt, dass der Libra-Killer, ein Serienmörder, wieder am Werk ist. Zwischendrin passiert beim Interdimensionalen Bahnhof auch mal ein Unfall, dadurch verschmelzen ein paar Leute und der Verkehr wird aufgehalten; solche und allerlei andere "gewöhnliche" Polizeiarbeit fällt an.
Persönliche Meinung:
Top Ten ist ein wirklich brillanter westlicher Comic, der nicht umsonst sieben Eisner Awards eingeheimst hat.
Die größte Stärke der Geschichte sind ihre Charaktere. Alan Moore schafft es jeder Figur, selbst denen, die nur kurz auftauchen, Leben einzuhauchen. Sie sind Charaktere, die glaubwürdig sind, über die man lacht, mit denen man leidet und mitfühlt. Außerdem besticht der Comic durch eine unglaubliche Detailfülle. Jeder Song, jede Werbung, jedes Produkt, das man in den Zeichnungen zu sehen bekommt, hat etwas mit Superhelden zu tun. Weswegen ich den Comic gerne mal wieder lese. Es gibt einfach ständig etwas Neues zu entdecken.
Die Zeichnungen selbst sind gut, nicht ganz so gut wie in den 49ern, aber ich denke, das liegt an der älteren Kolorierungstechnik. (Top Ten - Book 1 und 2 entstand vor den 49ern.) Wer normalerweise Manga liest, sollte die Begriffe "Gene Ha" und "Top Ten" in die Bildersuche bei Google eingeben und sich erst mal ein paar Beispiele ansehen. Der normale Manga-Leser dürfte sich von den Zeichnungen nicht angesprochen fühlen.
Die Handlung ist spannend, lustig, traurig, mitreißend und definitiv abwechslungsreich. Wer auf intelligente Unterhaltung steht, sollte zugreifen.
Leider ist nur der erste der Sammelbände auf Deutsch erschienen. Ich empfehle es eher auf Englisch zu erwerben.
Liebe und Triebe:
Für den Rezensoi-Leser ist dieser Comic von Interesse, weil zwei der Hauptfiguren homosexuell sind. Es gibt keine den Comic durchziehende Liebesgeschichte, aber gerade das stellt den Reiz dar. Es gibt in der Polizei von Neopolis Homosexuelle, so wie es sie auch in der normalen Welt gibt.
Zum Ende von Band zwei gibt es einen sehr süßen zuckrigen Moment. *g*
Im Verlauf der Handlung wird eine große Bandbreite an sexuellen Tabus angesprochen, darunter Homosexualität, Pädophilie, Sodomie, Prostitution, Kinderprostitution und Sex zwischen Menschen und Robotern. Alan Moore bringt den Leser dazu beide Seiten der Medaille zu betrachten und das schafft er ohne Urteile zu fällen. Er zeigt einfach nur diesen Schmelztiegel Neopolis, dieses bunte Durcheinander von Geschlechtern, Rassen und Lebensformen, und die Beziehungen einzelner Bewohner der Stadt.
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