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Inhaltsangabe:
Schon seit frühester Jugend hat Masafumi Träume, die nur wenig später Wirklichkeit werden. Als wäre das nicht schon kompliziert genug, träumt der sechzehnjährige Schüler plötzlich davon mit einem anderen Jungen Sex zu haben. Er tut alles um diese Vision loszuwerden, schließlich würde deren Bewahrheitung bedeuten, dass er schwul wäre und genau das will er definitiv nicht.
Doch nicht nur, dass dieser Traum ihn allnächtlich heimsucht, plötzlich steht sein erträumter Liebhaber in Form des neuen Schülers Narumi vor ihm…
Persönliche Meinung:
Achtung: Um meiner "Begeisterung" Ausdruck zu verleihen, fliegen die Spoiler hier tief, wobei ich nicht weiß ob man bei dieser Vorhersehbarkeit noch von Spoilern sprechen kann, aber immerhin ist nun jeder gewarnt.
Von einem Yaoi-Manga Realismus zu erwarten, ginge wohl ein wenig an den Eigenheiten des Genres vorbei. In der Regel ist es ja nicht die Intention der Autoren hier schwule Realität abzubilden, vielmehr werden Geschichten erzählt, die einem vornehmlich weiblichen Publikum gefallen sollen. (Ganz abgesehen davon, dass ein guter Teil der Literatur für ein vorwiegend männliches Publikum auch ganz gewaltig Realismus vermissen lässt, wenn auch vielleicht an anderer Stelle.) Das Medium Comic und der geringe Umfang eines Oneshots erschweren zudem die Entwicklung von wirklich runden und lebendigen Charakteren.
All das voraussetzend gehe ich an einen Yaoi-Einteiler mit einer gewissen Toleranz oder besser einer anderen Erwartungshaltung heran, die mich viele Dinge gerne übersehen lässt.
Solange diese Dinge nicht so gravierend dämlich sind, dass man sie einfach nicht übersehen kann, so wie in diesem Fall.
Die Idee an sich ist ja irgendwie niedlich und es gibt auch durchaus die ein oder andere nette und witzige Szene in diesen Manga. Aber das Ganze driftet schnell in eine „Wann poppen sie endlich“-Geschichte ab, in der die Charakter so absolut absurde Verhaltensweisen an den Tag legen, dass man nur noch den Kopf auf die Tischplatte schlagen möchte. So stellt Narumi quasi innerhalb einer Szene fest, dass er 1. in Masafumi verliebt ist, 2. damit ja eigentlich schwul ist und 3. sofort mit ihm in die Kiste will. Könnte zwar sein, dass das witzig gemeint war, aber vielleicht bin ich dafür einfach zu humorlos.
Masafumis Familie und Freunde stellen dann wohl die Personifikation des geifernden Yaoi-Publikums dar, denn auch sie wollen nichts mehr, als dass die beiden Jungs so schnell wie möglich miteinander im Bett landen. Was sie dann auch tun. Spannend. Wirklich. Gähn.
Im übrigen betrachte ich es als Gnade der Autorin, dass sie darauf verzichtet hat, dass Narumi, wie ihm ein Freund Masafumis rät, sein Objekt der Begierde zu vergewaltigen. Jegliche Kommentare zur Hilfsbereitschaft dieses „Freundes“ verkneife ich mir an dieser Stelle, da die Charaktere ohnehin so lebensnah wie Ziegelsteine sind.
Oft kann so einen Mist nur noch eines retten: Das absolut blendende Aussehen der beiden Hauptcharaktere, die mit schwungvollen Strichen zu Papier gebracht, schon mal den gesunden Menschenverstand der geneigten Leserin verwirren können. Aber auch hier muss ich enttäuschen, die klassischen Bishonen sucht man vergeblich.
Was gibt es abschließend zu sagen? Vielleicht, dass es gar nicht so schlecht anfing und ich erst beim Schreiben dieser Rezension gemerkt habe wie schlecht ich den Manga letztlich wirklich fand (wobei die drei „dämlich“s auf meinen Notizzettel mir ja schon leichte Hinweise hätten geben können).
Liebe und Triebe:
Eindeutig ab 16, Körperteile und -öffnungen werden zwar nicht detailliert gezeichnet, aber dennoch unverkennbar angedeutet. Leider bleibt die Erotik trotzdem auf der Strecke.
Der Titel „Secret Love“ ist für mich ziemlich falsch gewählt. Ich empfand das Ganze kaum als Liebesgeschichte, denn dafür möchte ich sehen wie sich zwei Charaktere einander annähernd, sich ineinander verlieben und dann miteinander im Bett landen. Meinetwegen auch andersrum, mir eigentlich egal, aber wo Liebe draufsteht will ich auch Gefühl drin haben und das Gefühl fehlte mir hier doch recht stark.
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