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Inhaltsangabe:
"Fun Home - A Family Tragicomic" ist eine autobiografische graphic novel, eine graphic memoir.
Es fällt mir schwer eine Inhaltsangabe zu schreiben, da die Handlung nicht chronologisch erzählt wird. In 7 Kapiteln erzählt die Autorin und Zeichnerin Alison Bechdel von ihrem Vater. Von ihrer Beziehung mit ihm und wie sie seinen Tod auffasste und verarbeitete. Gleichzeitig geht es auch um die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Homosexualität und der ihres Vaters.
Mr Bechdel war Englischlehrer und der Leiter des Familienunternehmens, einem Bestattungsunternehmen (Englisch: Funeral Home => Fun Home). In seiner Freizeit widmete er sich der Restaurierung und Einrichtung des Familienhauses, einem alten Herrenhaus. Alison scheint er fern zu sein, sind sie doch sehr gegensätzlich. Er tapeziert ihr Zimmer mit einer rosa Blümchentapete, und sie wäre lieber ein Junge.
Während der College-Zeit erkennt Alison, dass sie lesbisch ist und sendet ihren Eltern einen Brief. Auf dem Papier steht nur ein einzelner Satz: "I am a lesbian." Als ihre Mutter sie daraufhin anruft und berichtet, dass ihr Vater homosexuell ist und öfter Affären mit jüngeren Männern hat, verändert sich Alisons Weltbild grundlegend. Wenige Monate später stirbt ihr Vater bei einem Autounfall.
Persönliche Meinung:
"Fun Home" ist perfekt. Ich kann keine Makel daran erkennen und eigentlich nur schwärmen. Trotzdem vorweg, dass es ein sehr düsterer Comic ist. Bechdel nennt ihr Werk nicht umsonst "Tragicomic". Schon die Zeichnungen zeigen dies. Sie sind schwarz-weiß und coloriert wurde mit grau-grüner Tusche.
Die Erzählstruktur empfinde ich als brillant. Bechdel verbindet ihre Zeichnungen nahtlos mit Zitaten aus Büchern, die sie oder ihr Vater lasen, oder Briefen, die sie sich schickten. Und so unchronologisch es ist... es funktioniert. Die Reihenfolge der Ereignisse wurde nicht nach dem Datum, sondern nach der emotionalen Relevanz gewählt.
Wenig erfährt man von den Brüdern der Zeichnerin und ihrer Mutter, viel hingegen von Alisons Vater und ihr selbst. Mir ist, als hätte ich in die Seele der Autorin geblickt, als hätte sie diesen Comic mit ihrem Herzensblut gezeichnet. Für mich sind Geschichten gut, wenn sie mich dazu bringen mit den Charakteren zu fühlen, mit ihnen zu leiden und zu lachen. Beim Lesen von "Fun Home" tat ich beides.
Wem könnte dieser Comic nun gefallen? Da "Fun Home" eine graphic memoir ist, kommt es mir etwas seltsam vor ihn mit anderen Comics zu vergleichen. Wer sucht schon unter Comics nach einer ausgezeichneten Biografie einer lesbischen Tochter mit einem schwulen Vater? Prinzipiell ist "Fun Home" wohl etwas für lesbische und bisexuelle Frauen, da es viele Motive einer Coming-Out-Geschichte aufweist.
Für den normalen Yaoi-Fan/-Mangaleser dürfte "Fun Home" einen Blick über den Tellerrand darstellen. Da der Comic aber einen sehr anderen Erzähl- und Zeichenstil aufweist, denke ich, dass es eher nichts für reine Yaoi-Fans/-Mangaleser ist.
Erfreulicherweise wird dieser Comic im Moment ins Deutsche übersetzt und im Frühjahr 2008 veröffentlicht werden.
Liebe und Triebe:
Der Schwerpunkt liegt auf der Vater-Tochter-Beziehung. Alisons Auseinandersetzung mit ihrer Homosexualität und der ihres Vaters ist sehr wichtig für die Handlung. Es gibt ein paar freizügige Szenen zwischen Alison und ihrer Freundin während ihrer College-Zeit.
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