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Inhaltsangabe:
Was tust du wenn du jemanden heimlich liebst und dich dieser Mensch eines Tages fragt ob du mit ihm schlafen möchtest,
wobei du dir sicher bist, dass es für denjenigen wirklich nur Sex ist?
Genau vor dieser Frage steht der Schüler Toru. Sein bester Freund Rioji ist alles andere als feinfühlig und springt mit
jedem Mädchen ins Bett, das ihm in den Weg kommt, nur um ihr hinterher das Herz zu brechen. Und trotzdem ist Toru heimlich
in ihn verliebt und ist eifersüchtig auf jede seiner Affären. Dann, eines Tages, eröffnet ihm Rioji, dass er sich von
seinem Anblick erregt fühlt. Das überfordert Toru vollkommen und zwingt ihn außerdem dazu sich mit seinen Gefühlen
auseinanderzusetzen. Zu allem Überfluss will Rioji dann auch noch mit ihm schlafen um zu testen was es mit seiner Erregung
auf sich hat...
Persönliche Meinung:
„Desire“ ist ein Manga den ich einerseits sehr mag, mit dem ich andererseits nicht vollkommen glücklich werde.
Was mit sehr gut gefällt ist die Charakterisierung der Figuren. Von Anfang an kann man sich sehr gut in Toru und seinen
Gewissenskonflikt hineinfühlen. Man leidet mit ihm wenn er sich irgendwann in der scheinbar ausweglosen Situation
wiederfindet sich zwischen „Love without Sex“ und „Sex without Love“, wie es der Klappentext der englischen Ausgabe
ausdrückt, entscheiden zu müssen. Gleichzeitig ist man wütend auf Ruiji, der ihn mehr aus dummer Achtlosigkeit denn aus
wirklicher Bösartigkeit immer wieder verletzt, schafft es aber auch nicht diese Figur wirklich zu hassen.
Das ganze ist wunderschön umgesetzt mit Yukine Honamis schlichten, manchmal fast groben, Zeichenstil, der perfekt zu
dieser bittersüßen Geschichte passt.
Der Teil, der mich nicht so glücklich macht, bezieht sich auf ein Problem, das ich mit vielen Yaoi-Manga habe. Viele der
Sexszenen sind letzten Endes kaum etwas anderes als Vergewaltigungen. Anders kann ich eine Szene in der der eine Partner
immer wieder „Nein“ sagt und der andere einfach trotzdem weitermacht nicht interpretieren.
Auch in „Desire“ gibt es solche Szenen: Toru willigt zwar zunächst ein mit Ruiji zu schlafen, will aber im letzten Moment
doch nicht mehr. Obwohl er „Nein“ sagt und sich wehrt, setzt Ruiji sich recht rücksichtslos durch.
Was diesen Manga anders macht als so viele andere ist, dass die Tatsache, dass das was passiert eine Art Vergewaltigung
ist, hier aber nicht verschwiegen oder mit Comedy-Hampeleien übertüncht wird (wie das in „Gravitation“ oder „Verliebter
Tyrann“ z.B. passiert). Toru leidet sichtlich unter der Situation (zumal er Ruiji ja noch immer liebt) und Ruiji gibt am
Ende selbst zu: „I forced you to sleep with me“.
Dass die Geschichte trotzdem letztlich eine zuckrige Romanze ist, wird so manchem ein Dorn im Auge sein. Denn eine
wirklich realistische und sensible Auseinandersetzung mit dem Thema findet natürlich nicht statt. Trotzdem bewegt sich das
Geschehen in einem Rahmen, den ich akzeptieren kann und der mir den Manga nicht gänzlich verdirbt.
Letztlich muss jeder selbst wissen wie sensibel er bei diesem Thema ist. Meiner Meinung nach ist „Desire“ auf jeden Fall
einen Blick wert.
Liebe und Triebe:
Romanze mit Sex, der aber nicht besonders deutlich gezeichnet ist. Meine Altersempfehlung wäre: ab 16.
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